Strukturierte Daten (Schema.org)
Technischer Standard
JSON-LD Schema.org
Der maschinenlesbare Datenblock, der Suchmaschinen und KI-Systemen sagt, was dein Inhalt bedeutet.
Strukturierte Daten sind ein maschinenlesbarer Datenblock im Quelltext deiner Seite, der Suchmaschinen und KI-Systemen eindeutig sagt, was dein Inhalt bedeutet. Sie entscheiden mit darüber, ob du in KI-Antworten überhaupt als Quelle auftauchst. Und sie verwandeln jede ungenaue Angabe in eine ausdrückliche, dokumentierte Aussage über dein Geschäft.
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Was strukturierte Daten sind
Eine Maschine liest deinen Text, aber sie versteht ihn nicht so wie ein Mensch. Eine Zahl auf deiner Seite kann ein Preis sein, eine Bewertung, eine Stückzahl oder ein Datum. Ohne zusätzliche Angaben muss die Maschine raten. Genau dieses Raten beenden strukturierte Daten: Sie benennen ausdrücklich, dass eine bestimmte Angabe ein Preis ist, eine andere eine Öffnungszeit und eine dritte der Name des Autors.
Schema.org ist das gemeinsame Vokabular dafür, entstanden 2011 als Zusammenarbeit der großen Suchmaschinen und seither über einen offenen Community-Prozess weiterentwickelt. Es umfasst heute über 800 Typen und mehr als 1.450 Eigenschaften. Eingebunden wird es üblicherweise als JSON-LD, also als eigener Datenblock im Quelltext, getrennt vom sichtbaren Text der Seite.
Diese Trennung ist bequem und zugleich die Quelle der meisten Probleme. Weil der Datenblock unsichtbar ist, altert er unbemerkt. Der Preis auf der Seite wird geändert, der Preis im Markup nicht. Nach ein paar Monaten behauptet deine Seite maschinenlesbar etwas anderes, als ein Besucher mit eigenen Augen liest.
Warum sie mit KI-Antworten an Gewicht gewinnen
Seit AI Overviews im März 2025 in Deutschland gestartet sind und KI-Assistenten zunehmend zwischen Suchenden und Website stehen, verschiebt sich die Aufgabe. Früher ging es darum, in einer Ergebnisliste weit oben zu stehen. Heute geht es zusätzlich darum, ob ein System deine Inhalte sicher genug einordnen kann, um dich als Quelle zu nennen.
KI-Systeme arbeiten mit Entitäten, Beziehungen und Vertrauenssignalen. Eine Seite ist für sie kein Text, sondern ein Zusammenhang: Wer veröffentlicht das, worum geht es, welche Fragen werden beantwortet, gibt es einen örtlichen Bezug. Strukturierte Daten machen Teile dieses Zusammenhangs ausdrücklich, statt sie im Fließtext zu verstecken.
Wichtig ist die Erwartungshaltung: Markup ist kein Ranking-Hebel und keine Eintrittskarte. Auswertungen aus dem Jahr 2026 legen nahe, dass nahezu alle in KI-Antworten zitierten Quellen ohnehin aus den vorderen organischen Ergebnissen stammen. Strukturierte Daten ersetzen also keine inhaltliche Substanz. Sie sorgen dafür, dass vorhandene Substanz nicht an Mehrdeutigkeit scheitert.
Vokabular
Die vier Typen, die für die meisten Seiten zählen
Über 800 Typen klingen nach viel. Für die allermeisten Websites tragen vier davon den größten Teil der Wirkung.
Vier Typen, zum Durchtippen
Wer ihr seid, maschinenlesbar.
Hilft Firmenname, Logo, Anschrift, Kontaktweg und offizielle Profile konsistent hinterlegt, überall identisch geschrieben.
Stolperfalle Zwei Schreibweisen des Firmennamens auf verschiedenen Seiten, dazu eine veraltete Anschrift im Markup.
Standort, Einzugsgebiet und Erreichbarkeit.
Hilft Öffnungszeiten im Markup stimmen mit den Zeiten auf der Kontaktseite und im Kartendienst überein.
Stolperfalle Feiertagszeiten stehen im sichtbaren Text, aber nicht im Markup, sodass beide Angaben auseinanderlaufen.
Für Ratgeber, Blog und Fachbeiträge.
Hilft Autor, Erstveröffentlichung und letzte Aktualisierung sauber ausgezeichnet, das Aktualisierungsdatum wird tatsächlich gepflegt.
Stolperfalle Das Änderungsdatum wird bei jedem Deployment neu gesetzt, obwohl sich am Inhalt nichts geändert hat.
Fragen und Antworten, die auf der Seite auch wirklich stehen.
Hilft Jede ausgezeichnete Frage ist für Besucher sichtbar und wortgleich auf der Seite vorhanden.
Stolperfalle Fragen nur im Markup hinterlegt, um Fläche im Suchergebnis zu gewinnen. Das verstößt gegen die Richtlinien und wird abgewertet.
Der verbreitete Irrtum
In vielen Ratgebern wird Markup so beschrieben, als würden Sprachmodelle es genauso auslesen wie eine Suchmaschine. Das trifft nicht zu, und der Unterschied ist folgenreich. Ein Suchmaschinen-Crawler liest JSON-LD wie einen Datenbank-Import: festgelegte Felder, festgelegte Bedeutung. Ein Sprachmodell verarbeitet in aller Regel den Seiteninhalt und nicht primär den unsichtbaren Datenblock.
Wer beides verwechselt, optimiert für ein Verhalten, das so nicht stattfindet, und wundert sich über ausbleibende Wirkung. Die belastbare Formulierung lautet deshalb: Markup wirkt unmittelbar dort, wo Suchmaschinen es deterministisch auswerten, und mittelbar dort, wo es dieselbe Klarheit erzwingt, die auch dem sichtbaren Inhalt guttut. Wer sein Angebot sauber auszeichnet, muss es vorher sauber benennen.
Wie ist dein Stand einzuordnen?
Der Zustand strukturierter Daten liegt selten bei null oder hundert. Die vier typischen Lagen unterscheiden sich weniger im Aufwand als im Risiko.
Wähle die Lage, die auf dich zutrifft
Zeitleiste
Vom Rich Snippet zur KI-Zitierung
Wie sich die Rolle strukturierter Daten verschoben hat.
- 2011
Schema.org entsteht
Google, Bing, Yahoo und Yandex einigen sich auf ein gemeinsames Vokabular für maschinenlesbare Seiteninhalte.
- seit 2015
Rich Snippets prägen die Nutzung
Markup dient vor allem der optischen Aufwertung im Suchergebnis: Sterne, Preise, aufklappbare Fragen.
- 03/2025
AI Overviews starten in Deutschland
KI-generierte Antworten treten zwischen Suchende und Website. Die Frage nach der Zitierbarkeit einer Quelle wird neu gestellt.
- 01/2026
Google stellt sieben Typen ein
Wenig genutzte Typen verlieren die Unterstützung für Rich Results, darunter Q&A und die Sitelinks-Suchbox. Ranking-Nachteile entstehen dadurch nicht.
- laufend
Agentische Nutzung entsteht
Erste Standards für KI-Agenten, die eigenständig recherchieren und vergleichen, setzen semantisch beschriebene Seiten voraus. Die Entwicklung ist offen.
Wo Markup zum Rechtsproblem wird
Dieser Teil fehlt in den meisten Anleitungen, und er ist der eigentliche Grund, warum strukturierte Daten nicht nur ein Marketing-Thema sind. Markup ist keine Dekoration, sondern eine Aussage über dein Geschäft, die du selbst in maschinenlesbarer Form abgibst. Was du dort behauptest, musst du auch halten.
Drei Stellen sind besonders empfindlich. Preisangaben im Product- oder Offer-Markup berühren die Preisangabenverordnung: Wer maschinenlesbar einen Preis nennt, der an der Kasse nicht gilt, hat ein Problem, das über eine schlechte Nutzererfahrung hinausgeht. Bewertungsangaben im AggregateRating müssen auf echten, überprüfbaren Bewertungen beruhen, sonst greifen die Regeln zu irreführenden Angaben über Verbraucherbewertungen. Und Eigenschafts- oder Verfügbarkeitsangaben, die nicht stimmen, sind irreführende Werbung, unabhängig davon, ob ein Mensch sie je zu Gesicht bekommt.
Erschwerend kommt hinzu, dass maschinenlesbare Falschangaben leichter nachweisbar sind als eine missverständliche Formulierung im Fließtext. Sie stehen strukturiert im Quelltext, sind automatisiert auslesbar und lassen sich über Archivdienste rückwirkend belegen. Das ist die unbequeme Kehrseite der Auffindbarkeit: Wer maschinenlesbar wird, macht auch seine Fehler maschinenlesbar.
Die daraus folgende Grundregel ist einfach und gilt ohne Ausnahme: Die Auszeichnung muss mit dem sichtbaren Inhalt übereinstimmen. Markup, das mehr verspricht als die Seite hält, schadet mehr, als fehlendes Markup je könnte.
Was du konkret tun kannst
Fang bei den vier Typen aus dem Abschnitt oben an und widerstehe der Versuchung, möglichst viel auszuzeichnen. Ein knappes, gepflegtes Markup ist besser als ein umfangreiches, das niemand nachhält. Prüfe anschließend jede ausgezeichnete Angabe gegen die Seite selbst, Feld für Feld, insbesondere Preise, Verfügbarkeiten, Bewertungen und Öffnungszeiten.
Der wichtigste Schritt ist aber ein struktureller: Markup und sichtbarer Inhalt sollten aus derselben Quelle stammen. Wird der Preis an einer Stelle gepflegt und an zwei Stellen ausgespielt, kann er nicht auseinanderlaufen. Wird er zweimal getrennt gepflegt, läuft er früher oder später auseinander, und niemand bemerkt es, weil die eine Seite unsichtbar ist.
Für die Einzelprüfung reichen die kostenfreien Validierungswerkzeuge der Suchmaschinen. Sie prüfen jeweils eine Seite und sagen dir, ob dein Markup formal gültig ist. Was sie nicht prüfen, ist die inhaltliche Übereinstimmung mit deiner Seite, und sie prüfen nicht laufend über alle Seiten hinweg. Genau diese beiden Lücken sind der Grund, warum Markup in der Praxis verfällt.
Nächster Schritt
Vom Befund zur laufenden Pflege
Strukturierte Daten sind eine von 20 Lösungen, die der AppCore Audit in einem Lauf prüft.
AppCore Audit
Prüft deine Seite gegen alle 20 Lösungen auf einmal und zeigt, wo dein Markup vom sichtbaren Inhalt abweicht.
Kostenfreien Audit startenAppCore CMS²
Der Umzug in ein compliance-natives System, in dem Markup und sichtbarer Inhalt aus derselben Quelle stammen und nicht mehr auseinanderlaufen können.
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Laufende Überwachung: Normen-Monitoring meldet neue Vorgaben, Drift-Monitoring schlägt an, sobald geprüfte Inhalte nachträglich abweichen.
So funktioniert das SystemDiagnose → Umzug → Vorsorge
Nächster Schritt
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