InFocus · Begriff

Elektrogesetz

Aktualisiert Juli 2026 ca. 8Minuten Norm-Anker: ElektroG, Stiftung EAR

AppCore IntelligenceUnit Redaktion, AppCore

Die AppCore IntelligenceUnit beobachtet die Entwicklung der einschlägigen Regulierung laufend und bereitet sie redaktionell auf.

  • Content-Compliance
  • Markenkommunikation

Wer Elektro- oder Elektronikgeräte verkauft, muss sich vor dem ersten Verkauf im Elektro-Altgeräte-Register registrieren. Ohne diese Registrierung ist der Vertrieb ebenso unzulässig wie beim Verpackungsgesetz.

In Kürze Rechtsgrundlage: Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG)Registrierungspflicht bei der Stiftung EAR vor dem ersten VerkaufKennzeichnungspflicht mit dem Symbol der durchgestrichenen MülltonneRücknahmepflicht für Altgeräte, je nach Verkaufsfläche gestaffeltAuch hier gilt eine Kontrollpflicht großer Handelsplattformen ähnlich dem Verpackungsgesetz

Was das ElektroG von Online-Händlern verlangt

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz verpflichtet jeden, der Elektro- oder Elektronikgeräte gewerbsmäßig erstmals in Deutschland in Verkehr bringt, sich vor dem ersten Verkauf bei der Stiftung Elektro-Altgeräte Register, kurz Stiftung EAR, zu registrieren. Betroffen sind alle Geräte mit Stromanschluss oder Batteriebetrieb, von Kleingeräten wie Ladekabeln bis zu größeren Elektrogeräten.

Zusätzlich zur Registrierung müssen betroffene Geräte mit dem Symbol der durchgestrichenen Mülltonne gekennzeichnet werden, das darauf hinweist, dass das Gerät nicht über den Hausmüll entsorgt werden darf. Größere Versandhändler und Hersteller treffen zudem Rücknahmepflichten für Altgeräte, deren genauer Umfang von der Verkaufs- oder Lagerfläche abhängt.

Für Online-Shops mit eigenem Sortiment an Elektrokleingeräten, Zubehör oder Technikprodukten ist diese Pflicht besonders praxisrelevant, weil sie unabhängig von der Unternehmensgröße bereits beim ersten Verkauf an einen deutschen Endkunden greift.

Die Rechtsgrundlage: das Elektro- und Elektronikgerätegesetz

Das ElektroG setzt die europäische WEEE-Richtlinie in deutsches Recht um und verlangt die vorherige Registrierung bei der Stiftung EAR, bevor Elektrogeräte in Verkehr gebracht werden dürfen. Ohne die zugeteilte Registrierungsnummer ist das Inverkehrbringen der Geräte rechtlich unzulässig, unabhängig von der verkauften Stückzahl.

Ähnlich wie beim Verpackungsgesetz wurde auch das ElektroG um eine Kontrollpflicht für große Handelsplattformen ergänzt: Sie dürfen Elektrogeräte ohne nachgewiesene EAR-Registrierung des Anbieters nicht listen oder versenden, was die Durchsetzung faktisch auf die Vertriebspartner verlagert.

Kennzeichnung und Rücknahmepflicht

Neben der Registrierung verlangt das ElektroG, betroffene Geräte mit dem Symbol der durchgestrichenen Mülltonne zu kennzeichnen. Dieses Symbol signalisiert Endkunden, dass das Gerät am Ende seiner Nutzungsdauer nicht im normalen Hausmüll entsorgt werden darf, sondern über die entsprechenden Rücknahmesysteme.

Rücknahmepflicht hängt von der Verkaufsfläche ab

Größere Vertreiber, deren Verkaufs- oder Versandlagerfläche für Elektrogeräte eine gesetzlich definierte Schwelle überschreitet, müssen Altgeräte unter bestimmten Voraussetzungen kostenlos zurücknehmen. Für kleinere Online-Shops unterhalb dieser Schwelle entfällt diese konkrete Rücknahmepflicht, die Registrierungs- und Kennzeichnungspflicht bleibt aber unabhängig davon bestehen.

Brauchst du eine EAR-Registrierung?

Schalte ein, was auf dein Sortiment zutrifft. Der Wert ist ein Anhaltspunkt, keine Rechtsprüfung.

Trifft mich das?

Schalte mindestens ein Kriterium ein, um eine Einschätzung zu sehen.

Woran sich eine vollständige ElektroG-Compliance misst

Was das ElektroG von Vertreibern von Elektrogeräten verlangt, in vier Prinzipien.

Vier Anforderungen, zum Durchtippen

Vor dem ersten Verkauf bei der Stiftung EAR gemeldet.

Die Registrierung muss vor dem ersten Inverkehrbringen erfolgen, nicht erst danach.

Hilft Registrierung abgeschlossen, bevor das erste Gerät verkauft wurde.

Stolperfalle Verkauf gestartet, Registrierung erst nachträglich oder gar nicht erledigt.

Symbol der durchgestrichenen Mülltonne angebracht.

Die Kennzeichnungspflicht gilt unabhängig von der Unternehmensgröße für jedes betroffene Gerät.

Hilft Symbol auf dem Gerät oder der Verpackung gut sichtbar angebracht.

Stolperfalle Geräte ohne jede Entsorgungs-Kennzeichnung verkauft.

Eigene Fläche gegen die gesetzliche Schwelle geprüft.

Ob eine Rücknahmepflicht besteht, hängt von der Verkaufs- oder Lagerfläche ab und sollte konkret geprüft werden.

Hilft Verkaufs- und Lagerfläche berechnet und mit der Schwelle abgeglichen.

Stolperfalle Nie geprüft, ob eine Rücknahmepflicht überhaupt greift.

EAR-Nummer bei allen Vertriebskanälen hinterlegt.

Große Handelsplattformen prüfen die EAR-Nummer eigenständig und sperren Angebote ohne gültige Registrierung.

Hilft Registrierungsnummer bei jeder genutzten Handelsplattform eingetragen.

Stolperfalle Registriert, aber die Nummer nicht bei allen Plattformen hinterlegt.

Der häufigste Irrtum: „Das ist doch nur Zubehör“

Ein verbreiteter Irrtum ist, kleine Zubehörartikel wie Ladekabel, Powerbanks oder USB-Adapter fielen nicht unter das ElektroG. Tatsächlich erfasst das Gesetz jedes Gerät mit Stromanschluss oder Batteriebetrieb unabhängig von Größe oder Preis; auch kleinstes Elektrozubehör ist registrierungspflichtig, sobald es gewerbsmäßig verkauft wird.

Ein zweiter Irrtum ist, eine Registrierung im europäischen Ausland decke automatisch den Verkauf nach Deutschland ab. Tatsächlich verlangt das ElektroG eine eigene, spezifisch deutsche Registrierung bei der Stiftung EAR für das Inverkehrbringen in Deutschland, unabhängig von etwaigen Registrierungen in anderen EU-Ländern.

Wie steht es um deine ElektroG-Registrierung?

Wähle die Situation, die deinem aktuellen Sortiment am nächsten kommt.

Trifft eine der folgenden Situationen auf dich zu?

Wähle eine Situation, um die Einordnung zu sehen.

Zeitleiste

Von der EU-Richtlinie zur deutschen Registrierungspflicht

Wie sich die Herstellerverantwortung für Elektrogeräte in Deutschland entwickelt hat.

  1. 2003

    Die EU-WEEE-Richtlinie entsteht

    Die Europäische Union etabliert die Grundlage für eine erweiterte Herstellerverantwortung bei Elektro-Altgeräten.

  2. 24.03.2005

    Das ElektroG tritt in Deutschland in Kraft

    Deutschland setzt die WEEE-Richtlinie um und führt die Registrierungspflicht bei der Stiftung EAR ein.

  3. 2015

    Die ElektroG-Novelle erweitert den Anwendungsbereich

    Der Gerätekreis wird ausgeweitet, die Anforderungen an Kennzeichnung und Rücknahme werden geschärft.

  4. laufend

    Kontrolle durch Handelsplattformen wird zum Standard

    Ähnlich wie beim Verpackungsgesetz prüfen große Handelsplattformen zunehmend systematisch die EAR-Registrierung.

Die Rechtslage: Registrierung, Kennzeichnung und Rücknahme

Rechtlich verlangt das ElektroG drei zusammenwirkende Pflichten: die Registrierung bei der Stiftung EAR vor dem ersten Inverkehrbringen, die Kennzeichnung betroffener Geräte mit dem Symbol der durchgestrichenen Mülltonne, und je nach Verkaufs- oder Lagerfläche eine Rücknahmepflicht für Altgeräte. Alle drei Pflichten bestehen unabhängig voneinander und müssen einzeln erfüllt werden.

Für die Praxis kommt es auf eine vollständige Prüfung aller drei Bausteine an: Eine Registrierung ohne korrekte Kennzeichnung erfüllt die Pflicht ebenso wenig wie eine Kennzeichnung ohne vorherige Registrierung.

So prüft der AppCore Audit den Elektro-Versandhandel

Der AppCore Audit prüft mit der Lösung ShopGuard, ob eine Website erkennbar Elektro- oder Elektronikgeräte vertreibt, und macht diesen Befund als Anlass für eine Prüfung der EAR-Registrierung sichtbar. Der Registrierungsstatus selbst ist im öffentlichen Register einsehbar und lässt sich nur dort abschließend verifizieren.

Bußgeld und Vertriebssperre: die Folgen

Verstöße gegen die Registrierungs- oder Kennzeichnungspflicht können mit Bußgeldern geahndet werden; die genaue Höhe richtet sich nach dem Einzelfall und dem Umfang des Verstoßes. Neben dem behördlichen Risiko droht die praktisch unmittelbarere Folge: Große Handelsplattformen sperren Angebote ohne nachgewiesene EAR-Nummer automatisiert, was den Vertrieb über diese Kanäle sofort stoppt.

Auch der eigene Online-Shop bleibt betroffen: Eine fehlende Registrierung kann von Wettbewerbern über § 3a UWG als Verstoß gegen eine Marktverhaltensregel abgemahnt werden, zusätzlich zum umweltrechtlichen Bußgeldrisiko.

Die eigene ElektroG-Registrierung prüfen

Die Prüfung lässt sich in wenigen Schritten durchführen. Erstens: Werden Geräte mit Stromanschluss oder Batteriebetrieb erstmals in Deutschland verkauft? Zweitens: Liegt für dieses Geschäft eine aktuelle Registrierung bei der Stiftung EAR vor? Drittens: Sind die verkauften Geräte mit dem Symbol der durchgestrichenen Mülltonne gekennzeichnet, und wurde die Rücknahmepflicht anhand der eigenen Verkaufsfläche geprüft?

Wer diese Fragen ehrlich beantwortet, findet die häufigsten Lücken selbst. Übersehenes Elektrozubehör, eine nie erfolgte Registrierung und fehlende Kennzeichnung gehören zu den klassischen Fundstellen.

Für Händler mit breitem Elektronik-Sortiment wird der Überblick über alle Gerätekategorien schnell unübersichtlich. Genau hier setzt der AppCore Audit an: Er erkennt Elektro-Versandhandel als solchen und macht sichtbar, wo eine Prüfung der ElektroG-Registrierung sinnvoll ist.

Die Registrierung bei der Stiftung EAR ist eine einmalige, überschaubare Formalie mit erheblicher Wirkung: Sie schützt vor Bußgeldern und sichert zugleich den ungestörten Vertrieb über große Handelsplattformen und den eigenen Shop.

Wo stehst du gerade?

Dein Weg zu mehr Sicherheit

Vom Befund zur laufenden Prüfung

Drei Schritte, jeder für sich nutzbar.

Schritt 1 · Diagnose

AppCore Audit

kostenfreieinmalige Diagnose

Wir prüfen deine Seite über alle 20 Lösungen und zeigen dir, was offen ist.

Kostenfrei starten
Schritt 3 · Dauerpflege

Plan

ab 99,- €pro Monat

Deine Seite bleibt dauerhaft sauber, mit laufender Prüfung.

Pläne ansehen

Audit BluePrint / CMS Plan

Nächster Schritt

Compliance-Risiko einschätzen

Der AppCore-Erstaudit zeigt dir in 10 Minuten, wo deine Website steht.